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Die wichtigsten Begriffe für Ihre Ausbildung.

Die Suche nach einem Arbeitsplatz wirft viele Fragen auf. Von Arbeitszeit bis Zeugnis hat die Agentur für Arbeit die wichtigsten Begriffe aus dem Arbeitsleben mit einer kurzen Erklärung zusammengestellt. Hier eine Auswahl wesentlicher Themen. Fehlt ein wichtiger Begriff aus Ihrer Sicht? Dann schreiben Sie uns eine Mail und wir ergänzen diese Liste.

Viele Rechte, aber auch Pflichten – das hat jede(r) Auszubildende! Diese Liste der soll Ihnen einen kleinen Überblick geben über das, was wichtig ist. Ein Faktencheck zum Thema Ausbildung. 

Ärztliche Untersuchung

Jede/r Jugendliche muss vor Antritt der Ausbildung von einem Arzt/einer Ärztin untersucht werden. Die Untersuchung darf nicht länger als 14 Monate zurückliegen. Die Bescheinigung über die Untersuchung muss bereits am ersten Tag der Ausbildung abgegeben werden. Ohne die Untersuchung ist nicht an eine Ausbildung zu denken.

Arbeitszeit

Die tägliche Arbeitszeit wird im Ausbildungsvertrag festgehalten. Wer unter 18 Jahre alt ist, darf nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz nicht länger als acht Stunden am Tag und 40 Stunden in der Woche arbeiten.

Ausbildungsbegleitende Hilfen

Während der Ausbildung können Sie möglicherweise sogenannte ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) in Anspruch nehmen und an kostenlosem Stütz- und Förderunterricht teilnehmen. Den Antrag auf abH muss bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit gestellt werden.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildungsdauer bei anerkannten Ausbildungsberufen beträgt in der Regel zwei bis dreieinhalb Jahre. Sie ist abhängig von Ausbildungsform und Schulabschluss. Je höher der Schulabschluss ist, desto größer ist die Chance, die Ausbildung zu verkürzen – maximal jedoch auf zwei Jahre. Über eine mögliche Verkürzung muss mit dem zuständigen Personalverantwortlichen gesprochen werden. Die Dauer der Ausbildung wird im Ausbildungsvertrag festgehalten.

Ausbildungsmittel

Ausbildungsmittel sind z.B. Werkzeuge, Werkstoffe, Bücher oder Zeichen- und Schreibmaterial. Das Material wird vom Ausbildungsbetrieb kostenlos und in ausreichender Menge bereitgestellt. Der Auszubildende hat die Pflicht, dieses sorgsam zu behandeln. Lernmaterial für die schulische Ausbildung muss meist selbst bezahlt werden. 

Ausbildungsplan

Der Ausbildungsplan bzw. die Ausbildungsinhalte sind im Ausbildungsvertrag festgehalten. In der Regel sind die Inhalte nach den Ausbildungsjahren gegliedert. Die ausbildende Behörde ist verpflichtet, die Ausbildungsinhalte einzuhalten. Welche Ausbildungsinhalte vermittelt werden sollen, steht in der Ausbildungsordnung, die es zu jedem anerkannten Ausbildungsberuf gibt.

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung wird durch den Ausbildungsvertrag geregelt und monatlich auf das angegebene Konto im Vertrag überwiesen. Dazu sollte sich der/die Auszubildende ein eigenes Konto einrichten lassen. Wer unter 18 Jahre alt ist, benötigt bei der Bank die Unterschrift der Eltern oder Erziehungsberechtigten zur Kontoeröffnung.

Ausbildungsvertrag

Lesen Sie Ihren Ausbildungsvertrag genau durch, bevor Sie ihn unterschreiben. Näheres finden Sie hier.

BAföG

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (kurz: BAföG) regelt die finanzielle Unterstützung für die Ausbildung von Schüler/innen und Student/innen.

Bankverbindung

Sie sollten bereits im Berufsausbildungsvertrag Ihre Bankverbindung für die monatliche Ausbildungsvergütung angeben. Dafür sollten Sie ein eigenes Konto eröffnen. Sind Sie noch unter 18 Jahre alt, benötigen Sie dazu die Unterschrift Ihrer Eltern bzw. eines Erziehungs-/ oder Sorgeberechtigten. 

Berichtsheft

In vielen Berufsausbildungen müssen Sie ein Berichtsheft führen. Darin beschreiben Sie, was wann während der Ausbildung gelernt wurde. Ein lückenloses Berichtsheft gilt als Zulassungsvoraussetzung für die Abschlussprüfung. Das notwendige Material und die Zeit, um die Berichte zu verfassen, stellt der Ausbilder zur Verfügung.

Berufsausbildungsbeihilfe

Mit der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) soll die erste Ausbildung finanziell gefördert werden. Diese muss betrieblich oder außerbetrieblich in einem anerkannten Ausbildungsberuf erfolgen. Unter bestimmten Umständen erhalten Sie BAB auch für eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme. Den Antrag auf Beihilfe können Sie bei der Bundesagentur für Arbeit finden. Ob Sie Anspruch auf BAB haben, zeigt der Berufsausbildungsbeihilfe Rechner.

Berufsschulpflicht

Während der Ausbildung sind Sie dazu verpflichtet, die Berufsschule zu besuchen. Je nach Ausbildungsberuf findet der Berufsschulunterricht an ein oder zwei Tagen pro Woche oder als Blockunterricht statt. Blockunterricht heißt mehrere Wochen Unterricht am Stück, mehrmals im Jahr. Die Noten bzw. das Zeugnis der Berufsschule sind in der Ausbildung ebenso wichtig wie die Leistungen im Betrieb. Für den Besuch der Berufsschule werden die Auszubildenden vom Betrieb freigestellt.

Jugendarbeitsschutzgesetz

Wenn Sie noch nicht 18 Jahre alt sind, fallen Sie unter das Jugendarbeitsschutzgesetz. Sie genießen besonderen Schutz durch das Gesetz. Zum Beispiel haben Sie Anspruch auf eine Ruhepause von einer Stunde am Tag. Natürlich stehen Ihnen auch eine bestimmte Anzahl an Urlaubstagen zu.

Krankenkasse

Sie müssen als Auszubildende/r krankenversichert sein. Die Ausbildungsfirma benötigt dazu Angaben über Ihre Krankenkasse. Am besten, sie haben Ihre Versichertenkarte mit allen Daten am ersten Ausbildungstag dabei.

Krankmeldung

Wenn Sie einmal krank sind, muss der Betrieb unmittelbar zum Arbeitsbeginn am Morgen telefonisch informiert werden. Am besten, Sie rufen die Ausbilderin/den Ausbilder oder das Personalbüro an. Wichtig ist, dass der Betrieb erfährt, wie lange Sie ungefähr krank sein werden. Bei den meisten Betrieben muss spätestens am dritten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt eingereicht werden. Die genauen Formalitäten sollten im Ausbildungsvertrag stehen.

Kündigung

In der Probezeit können Sie jederzeit, ohne Angaben von Gründen, schriftlich kündigen und Ihnen kann gekündigt werden. Die Dauer der Probezeit ist im Ausbildungsvertrag festgehalten. Sie beträgt in der Regel zwischen zwei und vier Monaten. Nach der Probezeit gelten die Kündigungsfristen des Ausbildungsvertrags. Stehen im Vertrag keine Kündigungsfristen, gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen.

Nebenjob

Falls Sie einen Nebenjob ausführen möchten, muss der Ausbildungsbetrieb darüber informiert werden und damit einverstanden sein. Das aber wird er nur sein, wenn garantiert ist, dass die Nebentätigkeit keinesfalls die Arbeitsleistung im Ausbildungsbetrieb einschränkt.
Achtung: Auch im Nebenjob gilt für Sie, wenn Sie noch keine 18 Jahre alt sind: Die zulässige Höchstarbeitszeit von 40 Stunden pro Woche darf nicht überschritten werden!

Pausen

Wenn Sie noch nicht 18 Jahre alt sind, müssen Sie nach viereinhalb Stunden eine halbe Stunde Pause machen, nach sechs Stunden eine ganze Stunde. Sind Sie 18 Jahre alt oder älter, müssen Sie nach sechs Stunden eine 30-minütige Pause einlegen, nach neun Stunden eine weitere 15-minütige Pause.

Personalrat

Der Personalrat setzt sich für die Belange der Mitarbeiter/innen ein und wird von diesen gewählt. Bei mehr als vier Auszubildenden kann es zusätzlich eine Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) geben. Sie können sich mit allen Fragen rund um das Thema Arbeit und Ausbildung an die JAV wenden.

Polizeiliches Führungszeugnis

Einige Ausbildungsbetriebe verlangen, dass Sie am ersten Arbeitstag ein polizeiliches Führungszeugnis mitbringen. Das ist eine bundesbehördliche Bescheinigung über bisher registrierte Vorstrafen. Man erhält sie bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Probezeit

Die Probezeit ist im Ausbildungsvertrag festgelegt, sie dauert in der Regel zwei bis vier Monate. In dieser Zeit prüft die Ausbildungsfirma, ob Sie für die Stelle geeignet sind. In der Probezeit kann Ihnen jederzeit, ohne Angabe von Gründen, schriftlich gekündigt werden. Genauso können Sie jederzeit schriftlich kündigen.

Prüfung

In der Regel gibt es in jedem Ausbildungsberuf eine Zwischen- und eine Abschlussprüfung. Die Zwischenprüfung soll den Ausbildungsstand ermitteln. Sie sehen dann, in welchen Bereichen Sie noch mehr lernen müssen. Für die Prüfungen haben Sie Anspruch auf Freistellung. Für die Abschlussprüfung muss der Betrieb Ihnen sogar den Tag vor der Prüfung freigeben.

Schulzeitbescheinigung

Haben Sie nach Vollendung des 16. Lebensjahrs eine Schule besucht, können Sie über diese Zeit eine Schulzeitbescheinigung von der Schule ausstellen lassen. Manche Krankenkassen haben dafür einen Vordruck. Die Bescheinigung ist wichtig für den späteren gesetzlichen Rentenanspruch.

Sozialversicherungsausweis

Jede/r Arbeitnehmer/in erhält von seinem Rentenversicherungsträger einen Sozialversicherungsausweis. Wer den Ausweis schon beim Abschluss eines Ausbildungsvertrages vorlegen muss, kann ihn vorab anfordern. Auch wenn der Familienname geändert wurde oder das Dokument beschädigt oder verloren gegangen ist, wird es auf Anfrage erneut zugeschickt. Erster Ansprechpartner hierfür ist die Krankenkasse, aber auch die Rentenversicherung hilft weiter.

 

 

Schutz am Arbeitsplatz

Sie müssen sich an die Sicherheitsregeln am Arbeitsplatz halten. In manchen Betrieben ist es beispielsweise Pflicht, Schutzkleidung zu tragen oder Körperschmuck abzulegen. Am besten Ihr Kind erkundigt sich danach bereits vor dem ersten Arbeitstag.

Tätigkeiten/körperliche Arbeit

Alle Aufgaben, die Ihnen aufgetragen werden, müssen dem Ausbildungszweck dienen und an Ihre körperlichen Fähigkeiten angepasst sein. Jugendliche unter 18 Jahren dürfen keine gefährlichen Arbeiten, d.h. keine unfall- oder gesundheitsgefährdenden Arbeiten, ausführen – außer sie werden dabei beaufsichtigt. Die Aufsichtspflicht gilt auch, wenn die Arbeit mit gefährlichen Materialien oder Gefahrensituationen einen Teil der Ausbildung darstellt.

Überstunden

Sind Sie noch nicht volljährig, dürfen Sie in der Regel keine Überstunden machen. Manchmal lässt sich das jedoch nicht vermeiden. Die Überstunden müssen dann in Form von Freizeit ausgeglichen werden und dürfen nicht länger als 30 Minuten am Tag betragen.

Urlaub

Die Urlaubstage während der Ausbildung sind durch den Ausbildungsvertrag geregelt. Sind Sie unter 18 Jahre alt, haben Sie das Recht auf eine bestimmte Anzahl an Urlaubstagen. Im Jugendarbeitsschutzgesetz steht Folgendes: Ist das 16. Lebensjahr noch nicht erreicht, muss der gesetzliche Jahresurlaub mindestens 30 Tage betragen, mit 17 Jahren mindestens 27 Tage, mit 18 Jahren mindestens 25 Tage und über 18 Jahre mindestens 24 Tage.

Verschwiegenheitspflicht

In jedem Betrieb zählen vertrauliche Angelegenheiten zum Betriebsgeheimnis. Sie sind verpflichtet, Betriebsgeheimnisse für sich zu behalten und diese nicht nach außen zu tragen.

Wohngeld

Unter bestimmten Voraussetzungen haben Sie in der Ausbildung Anspruch auf Wohngeld, wenn Sie während der Ausbildung eine eigene Wohnung haben und kein BAföG, keine Ausbildungsvergütung sowie keine Berufsausbildungsbeihilfe erhalten oder Anspruch darauf hätten. Ihr Wohngeldzuschuss beantragen Sie bei Ihrer Gemeinde oder Stadt.

Zeugnis

Wie in der Schule erhalten Sie von der Berufsschule ein Zwischen- und ein Abschlusszeugnis. Nach bestandener Abschlussprüfung gibt es ein Zeugnis von der Berufsschule, der IHK (Industrie- und Handelskammer) oder HWK (Handwerkskammer) und ein Ausbildungszeugnis vom Betrieb. Diese Zeugnisse sollten Sie gut aufbewahren, da sie für kommende Bewerbungen wichtig sind.

Zusatzqualifikation

Neben der Ausbildung im Betrieb und dem Unterricht in der Berufsschule können Sie Zusatzqualifikationen erwerben. Das sind Weiterbildungen bzw. Kurse, die über das hinausgehen, was in der Ausbildungsordnung vorgeschrieben ist. Dazu zählen z.B. Sprachkurse, der Computerführerschein oder Know-how in BWL. Auch Kurse zum Erwerb interkultureller Kompetenzen gehören dazu.